Creative Commons LizenzvertragSendungen, Artikel: CC BY-NC-ND 3.0 DE | D. O. abonnieren (RSS) | 26-Aug-2019 - UTC

Agrarwende mit kreischenden Bremsen blockiert

Das „Bündnis Junge Landwirtschaft“ protestiert gegen Flächenabverkauf durch die BVVG, die Bodenverwertungs- und Verwaltungs GmbH, die seit der Wende mit Privatisierung ostdeutscher Agrarflächen beauftragt ist – was i. d. R. Verkauf an Großbetriebe bedeutet. Die junge Frau im Video ist Biolandwirtin aus Bienenwerder und will weitermachen, doch – ein Hektar Land kostet laut Bündnis-Info in Ostdeutschland zwischen 15.000 und 22.000€, Pachtpreise erreichen 1000€. Die jAbL, junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft braucht ebenfalls Förderung statt Hindernisse. Ihre „Elternorganisation“ AbL sagt klar, dass „bäuerlich“ auch konventionelle, aber umweltschonende Landwirtschaft bedeuten kann. Vernetzt ist die Organisation international mit der „La Via Campesina“, in der auch enteignete Kleinbauern aktiv sind. Inzwischen protestiert ein breites, vielfältiges Bündnis, an dem z. B. auch Brot für die Welt und Misereor beteiligt sind, unter dem Motto „Wir haben es satt!“, und mit Blick auf das, was europäische Agrarpolitik mit anderen Ländern macht, jährlich gegen weitere Förderung von industrieller Landwirtschaft. Diese hat StädterInnen so lange ernährt und soll nun falsch sein?

Für „weltfremd und demotivierend“ hält der Deutsche Bauernverband Handhabung der schon etwas ökologisierten GAP durch grüne Landwirtschaftsminister. Das Bundesministerium drückt einen Konflikt zwischen industrieller und ökologischer(er) Landwirtschaft mit folgender Umschreibung noch milde aus: „(…) Spannungsfeld zwischen sozialer und ökologischer Verantwortung sowie wirtschaftlichen Notwendigkeiten (…)“. Worte wie Wettbewerb, Ökonomie, Export, Markt fallen in Gegenpositionen zur Ökologisierung, aber in manchen Fällen auch persönliche Wertungen wie Ideologie oder Unwissenschaftlichkeit. Wissenschaftlich belegt ist trotzdem die schädliche Auswirkung des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel und die Wirkung flächendeckender Monokulturen auf Boden und Klima. Felix zu Löwenstein, selbst (Bio-)Landwirt, hatte in einer agrarpolitischen Diskussion mit VertreterInnen der CDU, FDP, SPD, Grünen und Linken begründet, warum Ökologisierung nötig ist und uns auch nicht in die Steinzeit zurückversetzen wird. Aber hier treffen natürlich handfeste Interessen und konträre Sichtweisen aufeinander …

von: Sylvia Schmidt veröffentlicht am 4. September 2013
Themen - Kategorien: Kommentare, Landwirtschaft, Ernährung, Notrufe, Kriege, Krisen, Politik - Deutschland, Umweltschutz, Verbraucher - Info, Wirtschaft
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