Creative Commons LizenzvertragSendungen, Artikel: CC BY-NC-ND 3.0 DE | D. O. abonnieren (RSS) | 17-Dec-2018 - UTC

Sendung 12. Juli 2015. Die internationale Friedensbewegung lebt, und sie ist vielfältig

Foto vom Friedensschiff © Cancillería Ecuador, 2010. CC BY-SA Wikimedia Commons

Foto vom Friedensschiff © Cancillería Ecuador, 2010. CC BY-SA Wikimedia Commons

Dass es der Friedensbewegung an Realismus fehlen würde, ist keine Minderheiten-Meinung. Friedensbewegung ist jedoch mehr als Demonstrationen oder linke Gruppen. Das Bild ist bunter, zumal es viele internationale Organisationen und Kooperationen gibt. So verschieden sind auch die Friedenswege. Dazu gibt D. O. hier Stichproben. Einzelne Menschen oder Initiativen werden ausführlicher vorgestellt. Zeitlich reicht die Sendung von gestern bis heute. Die Friedensbewegung, ganz allgemein gesagt, ist sehr alt und gleichzeitg sehr jung.

Frieden kann Nahrung und medizinische Hilfe bringen, Nothilfe leisten, oder Diskussionen über Ursachen von Not anstoßen, die früher oder später geführt werden müssen. Frieden kann von Soldaten ausgehen, etwa von Veterans for Peace, vom Arbeitskreis „Darmstädter Signal“ – oder von Wehrmacht-Deserteuren wie Ludwig Baumann, hier im Beitrag der Reihe „Gedächtnis der Nation“ (in der Sendung sind Ausschnitte eines Vortrages von Herrn Baumann). Eine weitere Stimme ist der Informatik-Pionier Joseph Weizenbaum, siehe auch Dokumentarfilmausschnitte aus „Weizenbaum – Rebel at Work“ in der Sendung.
Völkerverständigung kann den Weg über Sport oder Kultur nehmen, vielleicht beim „Morgenland Festival“ (Musik) oder mehr in Kolumbien beim Festival International de Poesía de Medellín, einem Dichtertreffen.

Foto © Reinhold Fahlbusch. CC BY-SA Wikimedia Commons

Auf einer „Bunt statt Braun“-Demo gegen Pegida in Deutschland. This message on a german protest march against the xenophobe „Pegida“ says „diversity instead of simplemindedness“. © 2015 Reinhold Fahlbusch. CC BY-SA Wikimedia Commons

Und Überalterung? Die von KZ-Überlebenden gegründete VVN-BdA wird es geben, solange es Nazis gibt. Heute engagieren sich Pädagogik- und Lehramtsstudenten von der „jungen GEW“ für Friedenserziehung. Beim österreichischen Infoportal WHYWAR (warum Krieg) arbeiten Studenten mit. Und es geht noch jünger: „Schüler helfen leben“, oder die internationale Kinderorganisation „Plant for the Planet“, pflanz‘ für den Planeten.
Das Projekt Ferien vom Krieg bringt Jugendliche verfeindeter Völker im ehemaligen Jugoslawien zusammen – würden sie nicht mitmachen, hätte es keine Wirkung.

Wer Frieden bewirken könnte, und was Frieden konkret bedeutet, hängt vom Konflikt ab. Genauso von Kultur und Gesellschaft. Das Internet hat neue Türen geöffnet. Ein Projekt ist „7 Billion Others“ (7 Milliarden Andere), bei dem ganz viele Menschen von sich erzählen. Für andere Menschen, die Krieg erleben mussten, ist mehr nötig als nur Gedankenaustausch, und Traumatherapeuten sind bereit, zu helfen. So wurde z. B. in der Schweiz die „Trauma Healing and Creative Arts Coalition“ gegründet; in der Sendung hören Sie etwas über die burundische Partnerorganisation.
ES SIEHT SO AUS, ALS OB SICH IN DER GANZEN WELT MENSCHEN NACH FRIEDEN SEHNEN und sich einsetzen!

Foto © MONUSCO, Clara Padovan. CC BY-SA Wikimedia Commons

Foto vom Amani Festival in der DR Kongo © MONUSCO, Clara Padovan. CC BY-SA Wikimedia Commons



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12. Juli 2015 – Sylvia Schmidt /Demokratie Online demokratie-online.net + demokratie-online.info seit Aug. 2016. CC BY-NC-ND. (Download mit Firefox / Opera geht auch mit Rechtsklick auf den Player). O-TÖNE: Librivox – Hokuspokus (Text Bertha von Suttner, PD +++ Konferenz San Francisco – Moskau über Satellit, 1984 – BEYOND WAR AWARD an IPPNW ++ „Weizenbaum. Rebel at Work“, © 2006 Silvia Holzinger, Peter Haas (Il Mare Film) +++ Ludwig Baumann (Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e. V. sowie Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen in der Stadt Potsdam e. V.). Details CC-Musik bitte „weiterlesen“.


Weitere Friedensinitiativen, von denen nicht alle ausdrücklich als „Friedensinitiative“ bezeichnet werden …

Es trägt schon zum Frieden bei, wenn in Indien ein kostenloses, warmes Essen Schülern (damit auch Eltern) hilft, und wenn im Küchenteam so genannte Unberührbare integriert werden. Und wenn iranische Männer es wagen, als Frau verkleidet für Gleichberechtigung zu protestieren, ist das nicht nur ein Signal, sondern für sie auch riskant.


Korrektur D. O. 14.07.15 zum Beitrag über „Weizenbaum. Rebel at Work“: „Roboter sind keine Menschen, selbst wenn man sie so baut und programmiert, als wären sie es.“


zur Diskussion um Gewalt und Gewaltfreiheit: die US-Bürgerrechtsbewegung gegen rassistische Diskriminierung und Gewalt gibt es seit Mitte der 1950er Jahren. Im Dokumentarfilm „The Black Power Mixtape“ ist z. B. die Aktivistin und Professorin Angela Davis im Interview zu sehen. Angesprochen auf gewaltsame Umbrüche, reagierte sie empört. „Sie fragen mich, ob ich mit Gewalt einverstanden bin?“ Dann erzählte sie von ihrer Kindheit, von Wehrlosigkeit und täglicher Diskriminierung, wie Rassisten Bomben legten und Menschen starben. Davis sagte auch, das erste, was die Black Panther getan hätten, war, bewaffnet in Stadtvierteln zu patrouillieren, um die Menschen vor Rassisten zu schützen.
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Aspekte von Gewalt und gewaltfreiem Handeln. Was ist „ziviles Peacekeeping“ (ohne Waffen), was tun Friedensfachleute?
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in ganz anderem Zusammenhang steht eine unbedingte Verpflichtung zur Gewaltfreiheit, wie sie beispielsweise Daoud Nassar (Organisation Tent of Nations) mitten im israelisch-palästinensischen Krieg vertritt. Nassar ist sehr religiös und sagt, seine Familie hätte die Wahl zwischen Gewalt, Resignation und Flucht gehabt. Sie hätten sich für Gewaltfreiheit entschieden, sie würden nicht resignieren und auch nicht weggehen.


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CC BY-NC-ND. Infos zu O-Tönen s. erster Teil des Artikels, Musikliste s. unten


der kurze Ausschnitt aus der „Beyond War“-Konferenz 1984 San Francisco / Moskau, zur Preisverleihung an IPPNW. Übersetzung sinngemäß: „Am 13. Dezember 1984 wurden sowjetische und amerikanische Bürger miteinander über TV-Satellit zur ersten Weltraumbrücke zwischen San Francisco und Moskau verbunden.“ – „Ich wünschte nur, Präsident Reagan und jeder andere Politiker in der Welt sieht uns heute zu, weil [es für uns alle Hoffnung gibt? teils unverständlich].“ – (engl. Untertitel russ. Beitrag) „Es wäre gut, wenn man alle Länder einschließen würde. Es muss eine Bewegung zur Rettung der ganzen Welt sein.“ – „Man konnte die Verbindung fühlen, da war nur die Hoffnung, dass wir in der Lage sein werden, eine Welt ohne Krieg aufzubauen. Wir können das, wir können das machen.“ – (gegenseitige Begrüßungen) Beitrag Organisation Beyond War: „(…) diese Veranstaltung, die Verleihung des Beyond War-Awards ist ein erster Schritt im Prozess, eine Welt jenseits des Krieges aufzubauen. Und was wissen wir über eine Welt jenseits des Krieges? Wir wissen nicht, wie genau sie aussieht. Aber wir wissen eine Menge darüber, wie wir dahin kommen.“ – Dr. Chazov (dt. Schreibweise Chasow): „(…) Ich bin, wie Professor Lown, Kardiologe. Und jeden Tag hören wir dem Herzschlag unserer Landsleute zu. Ich werde nun versuchen, wiederzugeben, wie das Herz eines gesunden Russen schlägt. So klingt das Herz eines gesunden Russen! Und genau so klingt auch das Herz eines gesunden Amerikaners. Sie sehen, sie schlagen in exakt derselben Weise.“ (nächster Ausschnitt das Geschenk aus Moskaus von einer der beliebtesten, russischen Folk-Sängerin [Name?]. Begrüßung: „unsere lieben, amerikanischen Freunde“)


MUSIKLISTE: ccmixter.org, Titel sind direkt verlinkt: _ghost (ft. rocavaco, redhair“ (CC BY) ++ Loveshadow ft. Teru und C. Layne (CC BY-NC-Sampling+) +++ Subliminal ft. Snowflake, Admiral Bob (CC BY) +++ ++ Scott Altham, Hebber Zepherin – „Like a what?“ (CC BY-NC) ++ timberman (Per) – „The Astronaut“ (CC BY-NC). Und vom Free Music Archive: Salsa Timba de Paris (aus CD Songo 21, CC BY-NC-SA) +++ Tchakare Kanyembe (CC BY-NC-SA)

… und hier geht’s hoffentlich bald weiter mit der Friedensbewegung:


letzte Aktualisierungen: September 2016


Ergänzung im Juli 2018: Ludwig Baumann … setzte sich unermüdlich gegen NS-Kontinuität ein: Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann („Wir wollten einfach leben“) ist am 05. Juli gestorben. Rest in Peace, ruhe in Frieden. +++ HIER noch einmal die Website der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz +++ „Etwa 30.000 Soldaten hatten sich in der NS-Zeit dem Kriegsdienst entzogen. 20.000 von ihnen wurden hingerichtet. (…) Allen Umständen zum Trotz überlebte Baumann den Krieg. Er hatte gehofft, dass ihm sein Widerstand in der Heimat gebührend angerechnet wird. Stattdessen erfuhr er als Deserteur Ablehnung und Ausgrenzung: Er galt immer noch als Feigling.“ (aus dem Nachruf im Weser Kurier, 06.07.) +++ HIER eine BR-Sendung „Eins zu Eins. Der Talk“ von 2013 +++ Stichwort NS-Kontinuität: HIER ein Interview der SÜddeutschen Zeitung von 2010 mit einem Militärhistoriker … +++

von: Sylvia Schmidt veröffentlicht am 12. Juli 2015
Themen - Kategorien: D. O. - Sendungen, Podcasts, Frieden, Gesellschaft, Kultur, Medien, Notrufe, Kriege, Krisen, Politik - Deutschland, Politik - International
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