Creative Commons LizenzvertragSendungen, Artikel: CC BY-NC-ND 3.0 DE | D. O. abonnieren (RSS) | 17-Dec-2018 - UTC

Sendung 02. Oktober 2016: Gegenwart und Zukunft – Landwirtschaft, Fischerei, Lebensmittelhandwerk. Unsere Ernährung

Backwaren aus der EU. Bio sieht man nicht, es bedeutet aber z. B. Verzicht auf chemische Beize des Saatgutes oder auf Sikkation vor der Ernte. Foto © EU-Kommission, frei für Infozwecke zum Ökolandbau

Backwaren aus der EU. Bio sieht man nicht, es bedeutet aber z. B. Verzicht auf chemische Beize des Getreides oder Sikkation (Trocknung mit Hilfe von Pflanzenschutzmitteln) vor der Ernte. Foto © EU-Kommission, frei für Infozwecke zum Ökolandbau

+++ Letzte Ergänzungen des Artikels 30.10.2016, siehe Anhang +++
Welche Landwirtschaft, welche Fischerei und welches Lebensmittelhandwerk brauchen wir? Der bekannte „Ernährungskreis“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zeigt, dass der Speiseplan überwiegend aus Getreideprodukten, Gemüse, Kartoffeln und Obst bestehen sollte, plus Fleisch, Fisch, Tierprodukten. Vegetarier oder Veganer würden sofort protestieren, und in der Mongolei sieht Ernährung zwangsläufig anders aus. Es gibt außerdem verschiedene Empfehlungen.
aus dem Lehrfilm: Berufsbild Gemüsegärtner. So wird man Gärtner - Fachrichtung Gemüsebau. Von Markus Tischner / frisbee medien (das Video ist über das Bild verlinkt). Mit der Maschine zu pflanzen, ist effektiv, doch die dabei übliche, gekrümmte Haltung ist ungünstig - ein Nachteil. Gärtner und Azubis lobten aber ihren abwechslungsreichen Beruf, den Umgang mit Natur

aus dem Lehrfilm: Berufsbild Gemüsegärtner – So wird man Gärtner Fachrichtung Gemüsebau. Von Markus Tischner / frisbee medien (das Video ist über das Bild verlinkt). Mit der Maschine zu pflanzen, ist effektiv, doch die dabei übliche, gekrümmte Haltung ist ungünstig – ein Nachteil. Gärtner und Azubis lobten aber ihren abwechslungsreichen Beruf, die Arbeit draußen, mit der Natur.

Weltweit ist die Kombination Pflanze / Tier Standard, das wird deshalb so in dieser Sendung berücksichtigt.

Erzeuger sollen: nachhaltig produzieren, dass sich also Ressourcen wieder erholen und auffüllen können. Sie sollen Mindestmengen in Handels– und Güteklasse liefern. Gemüse und Obst soll es auch außerhalb ihrer eigentlichen Saison geben. Die Liste der Gesetze und Vorschriften ist lang und enthält Punkte, deren Sinn nicht unbedingt klar ist. Verbraucher möchten nährstoffreiche, rückstandsfreie, geschmackvolle Ware. Die Lebensmittelindustrie muss mit Maschinen verarbeiten können, und sie will Massen anbieten. Billig soll alles auch noch sein. Nicht nur Bauer Willi sagt: Schnauze voll. Der Landwirt wirtschaftet ökologisch und konventionell (= integriert) und kritisiert in seinem Buch „Sauerei“ vor allem den Preisdruck nach unten.

DAS WAR, BEVOR FLEISCHBERGE UND MILCHSEEN KAMEN: Rotes Höhenvieh bei der Landschaftspflege. Heute sind die schwarz-weißen Holsteiner Friesen Standard. Foto: Fürstenauer at German Wikipedia, 2010. CC BY-SA, Wikimedia Commons

DAS WAR, BEVOR FLEISCHBERGE UND MILCHSEEN KAMEN: Rotes Höhenvieh bei der Landschaftspflege. Heute sind die schwarz-weißen Holsteiner Friesen Standard. Bei Tier- und Pflanzenzucht redet der Gesetzgeber mit: Tierzuchtgesetz, Saatgutverkehrsgesetz. Foto: Fürstenauer at German Wikipedia, 2010. CC BY-SA, Wikimedia Commons

Ähnlich sagte es Bernadette Ouattara (INADES Formation, Burkina Faso) 2012 bei einer „Wir haben es satt“ – Kundgebung in Hannover. Sie meinte allerdings auch den Reformdruck der Institutionen IWF und Weltbank auf Länder Afrikas, Asiens, Lateinamerikas.
Mehr Infos zu Krisen und Lösungen sowie zu den Themen der Sendung werden noch ergänzt. Auch Fotos, die Realitäten zeigen (z. B. Anbau von cash crops, erdloser Anbau in Gewächshäusern etc.). Die Fotos im Artikel zeigen nur einen Teil der Gegenwart.

1. TEIL anhören oder runterladen (Firefox, Opera oder Google Chrome: die Sendung wird beim Anklicken direkt abgespielt, Download mit Rechtsklick) – 42:57 Min., 93 MB

TEIL 1B – 1:08 h 142 MB

2. TEIL – 1:12 h 142 MB

Mit Anna Szumelda, Lea Leimann, Amadé Billesberger. O-Töne: Ostseefischer – Chance auf Überleben + Berufsbild Gemüsegärtner – So wird man Gärtner Fachrichtung Gemüsebau + Heimvorteil – junge Landwirte starten durch. Detail-Infos zu O-Tönen und CC-Musik siehe unten!

DIE INTERVIEWS:

BEISPIEL POLEN: die polnische Landschaftsökologin Anna Szumelda schrieb ihre Diplomarbeit über die Veränderungen bäuerlicher, ländlicher Strukturen seit dem EU-Beitritt. Ihre Doktorarbeit entsteht im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Naturgestaltung und befasst sich damit,

Die bekannte Markthalle Hala Targowa von Wrocław (Breslau), Polen. Es fehlt nichts. Auch keine Südfrucht! Foto © 2007 Barbara Maliszewska. CC BY-SA, Wikimedia Commons

Die bekannte Markthalle Hala Targowa von Wrocław (Breslau), Polen. Es fehlt nichts. Auch keine Südfrucht! Foto © 2007 Barbara Maliszewska. CC BY-SA, Wikimedia Commons

wie kleinbäuerliche Landwirtschaft auf ländliche Räume wirkt (Stichwort Biodiversität, Landschaftspflege, Naturschutz). Ihr Artikel „Is small beautiful“ (Ist klein fein?) erschien in der „Eastern European Countryside“). Im Interview ging es außerdem darum, wie polnische Land- und Lebensmittelwirtschaft allgemein aufgestellt ist, wie sich der Ökolandbau entwickelt, wie der Zustand der Ressourcen ist.

DIESES BILD EINER APFELERNTE KOMMT ZWAR AUS DEM ALTEN LAND in Norddeutschland, könnte aber auch aus Polen kommen. Gerade Äpfel spielen beim Obstexport eine wichtige Rolle. Im Supermarkt konkurrieren beide Länder miteinander und mit weiteren Ländern … Foto: von GeorgHH, Public Domain. Wikimedia Commons

Wie erst Marktwirtschaft und dann die EU-Regeln die ehemals sozialistisch gestaltete Landwirtschaft veränderten. Und was Kleinbauern in Südostpolen der Doktorandin von ihrer Arbeit, ihrem Alltag, von Märkten und Perspektiven erzählten …

UND:

– mit Biobauer Amadé „Mogli“ Billesberger aus Moosinning im Umkreis von Erding / München („bayrisch, biologisch, guad is“. Der Landwirt arbeitet nach Naturland-Richtlinien). Sein Hof nahm z. B. an einer CAP bzw. EU-Agrarpolitik-Veranstaltungsreihe der Slow Food Jugend teil, bei der u. a. auch eine polnische Bäuerin dabei war). Außerdem war er einer der Delegierten auf der TERRA MADRE-Jugendkonferenz 2015 „Terra Madre Giovani – We Feed The Planet“. Rund 2500 junge Leute aus der ganzen Welt trafen sich in Italien, um auf die EXPO-Weltausstellung „Feeding the Planet, Energy for Life“ den Planeten ernähren, Energie fürs Leben) zu antworten

Verkauf ohne Zwischenhändler: für Bauern weltweit sehr wichtig. Ähnliche Bilder gibt es auch aus Deutschland, Märkte und Stände sind recht unterschiedlich. Ob in Ghana, Mexiko, oder hier in KROATIEN: es scheint immer genug da zu sein. Foto © 2011 Macic7. CC BY-SA, Wikimedia Commons

Verkauf ohne Zwischenhändler ist für Bauern weltweit sehr wichtig. Ähnliche Bilder gibt es auch aus Deutschland, Ghana, Mexiko etc. … mal sind Märkte oder Stände chicer, mal nicht, aber immer scheint genug da zu sein. HIER: KROATIEN. Foto © 2011 Macic7. CC BY-SA, Wikimedia Commons

HIER ein paar Fotos. Es waren auch Delegierte und Teilnehmer aus Ländern dabei, die eher in Krisenberichten auftauchen.

mit: Lea Leimann, Ökotrophologin und Konditorin. Sie ist im Leitungsteam der Slow Food Youth Deutschland, und war bei der Terra Madre-Konferenz dabei. Sie beschreibt ihre Eindrücke, und was die Slow Food Jugend will. Sie spricht auch über Märkte, Zeitdruck und Arbeitsbedingungen im Lebensmittelhandwerk (auch Bäckerei und Küche), und sie zieht Bilanz aus ihrem Studium der Ernährungswissenschaft …

Screenshot aus dem Dokumentarfilm von Justus Worbs «Ostseefischer - Chance auf Überleben?» (das Video ist über das Bild verlinkt). Kaptiän und Fischer Martin Lange an Bord der FRE34

Kapitän und Fischer Martin Lange im Video von Justus Worbs (ist über das Bild verlinkt). Die Internationale Ostseekonferenz 2015 stand unter dem Motto: eine grünere Landwirtschaft für eine blauere Ostsee. Nicht das einzige, was Fischer beschäftigt. Auch die zur Schonung der Fischbestände notwendigen Fangquoten können Probleme schaffen: Oktober 2016 wurde eine drastische Senkung für den Dorsch angekündigt …

O-TÖNE in der Sendung, mit freundlicher Genehmigung:

„Ostseefischer – Chance auf Überleben?“ von Justus Worbs

– aus dem Video „Heimvorteil – junge Landwirte starten durch“ von Heinzelfilm mit Landwirten und einer Landwirtin der Landjugend Württemberg-Baden, des Bundes der Landjugend Württemberg-Hohenzollern sowie vom Bund Badischer Landjugend gedreht. Sie arbeiten konventionell oder ökologisch.

– aus dem Lehrfilm „Berufsbild Gemüsegärtner – So wird man Gärtner Fachrichtung Gemüsbau“. Von Markus Tischner / frisbee medien

1. TEIL anhören oder runterladen – 42:57 Min., 93 MB

1. TEIL mit Amadé Billesberger, Lea Leimann, Anna Szumelda. Themenüberblick, Ausschnitte aller Interviews. Das ganze Interview mit Lea Leimann (Slow Food Youth Deutschland (ab 14:35 Min.). O-Töne: Justus Worbs, Markus Tischner, www.frisbee-medien.de, Heinzelfilm + Landjugendverbände Württemberg-Hohenzollern, Württemberg Baden und Bund Badischer Landjugend.
MUSIK in der Reihenfolge: (Jingle: „Spinnin'“ – Alex ft. spinningmerkaba CC BY) + Two Minute Warning – Stefan Kartenberg, Aussens@iter (tobias_weber), Bill Ray. CC BY-NC + Come home – Alex ft. spinningmerkaba CC BY + Call on me – Dysfanction_AL ft. DJ Vadim CC BY-NC + Creators / Looters (Subliminal, ft. Snowflake, Admiral Bob – CC BY (alle bisherigen von ccmixter.org) + Songo21 – Opening para Songo21 (freemusicarchive.org CC BY-NC-SA.

Thiéboudiène Boukhonk - Zutaten eines bekannten, senegalesischen Gerichtes. Aubergine ist nicht gleich Aubergine: solanum aethiopicum wird regional verwendet. Getrocknete, grüne Hibiskusblätter sind mit dabei usw. Foto © 2015, T. K. Naliaka. CC BY-SA, Wikimedia Commons

Thiéboudiène Boukhonk – Zutaten eines bekannten, senegalesischen Gerichtes. Aubergine ist nicht gleich Aubergine: solanum aethiopicum wird regional verwendet. Getrocknete, grüne Hibiskusblätter sind mit dabei usw. Foto © 2015, T. K. Naliaka. CC BY-SA, Wikimedia Commons

TEIL 1B – 1:08 h 142 MB

Teil 1B: Thema konventionell oder bio, Energiewirt oder Landwirt, Terra Madre 2015. Weitere Themen sind QS, Gentechnik, Patente. Das ganze Interview mit Amadé Billesberger (ab 11:00 Min.), weitere Ausschnitte des Videos „Ostseefischer – Chance auf Überleben“ (ab 29:50 Min.) und „Heimvorteil – junge Landwirte starten durch“ (am Anfang). Außerdem die gekürzte Fassung des Interviews mit Anna Szumelda (ab 34:44 Min.). O-Töne: Heinzelfilm, Landjugendverbände Württemberg-Hohenzollern, Württemberg-Baden, Bund Badischer Landjugend, Justus Worbs.
MUSIK in der Reihenfolge – SoLaRis (Tarantula – Harder Trance Mix) CC BY-NC-SA + Tchakare Kanyembe – track04 CC BY-NC-SA (freemuicarchive.org) + Creators / Looters (Subliminal, ft. Snowflake, Admiral Bob – CC BY + Eleven PM Jazz – Martijn de Boer NiGiD ft. greg_baumont. CC BY-NC) + Call on me (instrumental) – Dysfanction_AL ft. DJ Vadim

2. TEIL – 1:12 h 142 MB

2. TEIL: Thema LANDWIRTSCHAFT in POLEN allgemein, und was sagen Kleinbauern im Südosten des Landes? Das ganze Interview mit Anna Szumelda. Mit ergänzenden Infos zu EU-Berichten und zu Bio in Polen.
Musik: Two Minute Warning – Stefan Kartenberg, Aussens@iter (tobias_weber), Bill Ray – CC BY-NC + Call on me (instrumental) – Dysfunction_AL ft. DJ Vadim – CC BY-NC


Sendungen: Sylvia Schmidt / Demokratie Online, 2016. CC BY-NC-ND

MEHR INFORMATIONEN UND BILDER zu einzelnen Themen werden demnächst ergänzt… (1. am 23. Oktober) – auch zum Stichwort Klimawandel: das Leibnitz Institut für Ostseeforschung Warnemünde spricht mit Kollegen aus dem Fachbereich Bodenkunde. Warum? Mehr dazu später! HIER schon mal der Link zum erwähnten Video vom Bioland-Hof Großholz (Bioland ist der Anbauverband) …, zur Internationalen Ostseekonferenz 2015 oder zu den Ekoconnect-Berichten über die Entwicklung des Ökolandbaus in Mittel- und Osteuropa +++ der erwähnte Beitrag vom NDR Fernsehen über Bio ohne Zertifizierung +++ der Vortrag von Hans-Joachim Bannier über alte Apfelsorten (Aufnahme: coloRadio Dresden) +++ SOLAR POLAND („real food – real people“, echtes Essen, echte Menschen) +++ das Ekocentrum ICPPC von Jadwiga Lopata +++


Landwirt bei der Ziegenfütterung - Landwirtschaft und Landschaft, Umwelt. Foto © EU-Kommission, frei für Infozwecke zum Ökolandbau

Landwirt bei der Ziegenfütterung – Landwirtschaft und Landschaft, Umwelt. Foto © EU-Kommission, frei für Infozwecke zum Ökolandbau

Hinweise zu älteren Sendungen:
+++ vom Januar 2014 mit Infos über die brasilianische Agrarwende (Stand 2014!) – mit Ergänzungen u. a. von Ottmar Ilchmann, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, und Stig Tanzmann (Brot für die Welt) +++ in dieser Sendung von 2012 gibt es u. a. einen Vortrag von Felix zu Löwenstein (Autor des Buches „Food Crash“), selbst Biobauer, der den Betrieb seiner Eltern umstellte, sowie eine fraktionsübergreifende, agrarpolitische Diskussion (mit einem CDU-Abgeordneten, der ebenfalls Landwirt ist) +++ im Film „Voices of Transition“ von Nils Aguilar (s. Sendung von 2013) spielte Landwirtschaft eine wichtige Rolle +++

cash crops, hier: Baumwolle mit Erntemaschine. Energiepflanzen werden oft genauso angebaut. Schwere Maschinen verdichten Böden, Monokulturen verringern Biodiversität, chemische Pflanzenschutzmittel und so gennante Kunstdünger können nicht immer so sparsam eingesetzt werden. Gerade bei übernutzten Böden werden Pflanzen anfälliger ... Foto © 2009 Kimberly Vardeman. CC BY, Wikimedia Commons

cash crops, hier: Baumwolle mit Erntemaschine. Energiepflanzen werden oft genauso angebaut. Schwere Maschinen verdichten Böden, Monokulturen verringern Biodiversität, chemische Pflanzenschutzmittel und so gennante Kunstdünger können nicht immer so sparsam eingesetzt werden. Gerade bei übernutzten Böden werden Pflanzen anfälliger … Foto © 2009 Kimberly Vardeman. CC BY, Wikimedia Commons

… und die Sendung vom November 2012 ging zwar um Regionalwährungen, aber es wurde in einem der Workshops der Aufbau eines Dorfes durchgespielt, und zwei Berufsgruppen waren dabei besonders wichtig – 1. Landwirt, 2. Bäcker +++


KRISEN, URSACHEN, MÖGLICHE LÖSUNGEN: +++ Krisen aber auch mögliche Auswege wurden detailliert im Weltagrarbericht von 2008 beschrieben, es gibt aktualisierte Broschüren dazu +++

HUNGER: sehr deutliche Worte fand der frühere UN-Sonderberichterstatter Jean Ziegler zum Hunger

LANDRAUB, LANDGRABBING: LANDRAUB und LANDGRABBING (hier ein Bericht des Schweizer SRF zu negativen und teils auch positiven Aspekten von Investments), und hier eine weitere Info-Website über Landgrabbing speziell in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ein weiteres Beispiel ist Ostdeutschland, HIER die Übersicht von einem Agrarwissenschaftler über Bodenreformen erst in der SZB/DDR, dann nach der Wende durch die Treuhand/BVVG. HIER ein Bericht im österreichischen „Der Standard“ zum Unterschied zwischen Landgrabbing und Win-Win-Projekten in Mittel- und Osteuropa

UMWELTSCHÄDEN an Land und in Gewässern durch Rücksichtslosigkeit der Industrie, als Folge von Naturkatastrophen und Fahrlässigkeit, oder durch Krieg: außerdem gibt es Orte, die so vergiftet sind, dass Landwirtschaft oder Fischerei nicht mehr oder langfristig noch nicht möglich ist. Japan kennt zwei Beispiele: Minamata (durch Einleitungen mit Quecksilber vergiftete Fische und Meeresfrüchte, schädliche Folgen bestehen bis heute)

Tomaten wurzeln tief genug, um Nährstoffe und Wasser aus der Erde zu ziehen. Im Freiland, oder unter dem Folientunnel. Das Bild zeigt eine Realität: Anbau auf Steinwolle, mit Nährlösungen und Steuerung per Computer ... Foto: Goldlocki, 2002 CC BY-SA, Wikimedia Commons

Tomaten wurzeln tief genug, um Nährstoffe und Wasser aus der Erde zu ziehen. Im Freiland, oder unter dem Folientunnel. Das Bild zeigt eine Realität: Anbau auf Steinwolle, mit Nährlösungen und Steuerung per Computer … Foto: Goldlocki, 2002 CC BY-SA, Wikimedia Commons

und Fukushima – (Infos u. a. über geflüchtete Landwirte) und über Fischer. Der Super-GAU von Tschernobyl betraf sowohl die Ukraine als auch Belarus (Weißrussland). Das im 1975 beendeten Vietnam-Krieg von der US-Luftwaffe eingesetzte Entlaubungs- und Unkrautvernichtungsmittel „Agent Orange“ wirkt bis heute, nicht nur auf die Ackerböden. Eine leicht veränderte Form von Agent Orange wird z. B. im Gensoja-Anbau in Argentinien gespritzt, außerdem Wirkstoffe wie u. a. Endosulfan …

WASSERMANGEL: Hier eine Reportage über Ursachen des Wassermangels im eigentlich wasserreichen Brasilien. Es wird auch der Wasserkreislauf beschrieben, an dem Pflanzen beteiligt sind +++ in den USA wird die Dürre etwa in Kalifornien oft „dem Klimawandel“ zugeschrieben, hier eine weitere Beschreibung der Situation. Allerdings wurde mit dem Central Valley eine Region für den Anbau gewählt, die ohne aufwändige Bewässerung so und mit diesen Kulturen nicht bewirtschaftet werden könnte. Stichwort Afrika – die Sahelzone galt vom 16.-18. Jahrhundert als „blühendes Gebiet“ (Info vom Schulbuchverlag Ernst Klett). Unangepasste Wirtschaftsweisen in dieser für Dürre anfälligen Region führten später zur Verwüstung. Und HIER wird der „kleine und große Wasserkreislauf“ am Beispiel tropischer Regenwälder beschrieben, d. h. was Regen, Böden mit Wasserspeicherfähigkeit, und Pflanzen / Bäume alle miteinander zu tun haben

KLIMAWANDEL und SCHÄDIGUNG DER GEWÄSSER durch Überdüngung: HIER ein D.O.-Infogramm von 2015 über Landwirtschaft, Dürre und Klimawandel, auch mit ermutigenden Beispielen, an welchen Schrauben Menschen drehen können +++ kein Klimaskeptiker, aber ein Kritiker der Klimaforschung ist der Wissenschaftler Hans von Storch, Co-Autor des Buches „Die Klimafalle“. Er warnt vor Panikmache. HIER Links zu Interviews +++ HIER die Podiumsdiskussion von 2012, veranstaltet u. a. von Spektrum der Wissenschaft, über eine besonders drastische Maßnahme gegen Klimawandel: Geo-Engineering, also Wettermanipulation kontinental und global. An dieser Diskussion nahm auch der Meeresbiologe Ulrich Bathmann vom Leibnitz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde teil. Eine Anfrage von D.O. an das Institut, was Meeresforscher von der Diskussion um Entlastung der Meere (HIER angesprochen auf der EcoFarm Conference 2016, ab ca. 8:20 Min.) durch verbesserte CO2-Speicherfähigkeit der Ackerböden mit Methoden des Ökolandbaus halten, wurde mit einer weitergeleiteten Mail beantwortet. Peter Leinweber, Professor für Bodenkunde an der Universität Rostock, schrieb:

„(…) die Thematik zusätzlicher C-Speicherung im Boden als Maßnahme zur CO2-Entlastung der Atmosphäre/Ozeane ist eines der heissesten Themen in der Bodenforschung.
Da gibt es viele Anknüpfungspunkte, und vieles davon ist in der Tat nicht neu, sondern es sind alte Kulturtechniken, die teilweise in Vergessenheit geraten sind. Wir haben in dem Zusammenhang gerade auch eine aktuelle Veröffentlichung, die zeigt, dass die fruchtbarsten Böden in MV und SWH mit grossen C-Speicherungen durch Menschen entstanden sind, in dem sie inkohltes Material eingearbeitet haben. In der nachfolgenden Veröffentlichung werden wir zeigen, dass auch die Einarbeitung mariner Biomasse (Seetang) zu dieser Kultivierung in küstennahen Räumen dazugehörte und dass das seit der spätrömischen bis in die Vikingerzeit gemacht wurde (Poel, Fehmarn, Dänemerk) bzw. in Südnorwegen noch heute gemacht wird. Heute hätte man mit den besseren technischen Möglichkeiten auch das Potential, solche fruchtbaren Böden herzurichten und das z.B. mit der Nährstoffretention in Zuflüssen zu den Meeren zu kombinieren. Das ist eine wesentliche Idee aus HRO, die ich in den im Begutachtungsverfahrens befindlichen EU-Antrag „PhoenixB“ in Blue Baltic eingebracht habe.“

(Anm. D.O.: im Anhang war eine wissenschaftliche Studie aus der Bodenkunde mit dem Titel: „Soil organic matter characteristics as indicator of Chernozem genesis in the Baltic Sea region“ (sinngemäß: Charakteristiken organischer Masse in Böden als Anzeichen für die Entstehung von Schwarzerde (auch: Tschernosem) in der Ostseeregion). Schwarzerde ist wegen des Humusgehaltes so dunkel und gilt als besonders fruchtbar. Der Bauernverband schreibt, nach den Ozeanen seien Böden die größen CO2-Speicher. CO2 sei in Form von organischer Masse und Humus in Böden gespeichert. Auf dem Bildungsserver steht zum Zusammenhang Boden – Klima:

„Auch für den Kohlenstoff-Kreislauf sind die Böden von großer Bedeutung. Sie speichern mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie die oberirdische Pflanzendecke, stehen allerdings nicht in so unmittelbarer Wechselwirkung mit der Atmosphäre wie diese.“

(Anm. D.O.: so ganz klar ist der Zusammenhang – für Laien wie die Redaktion – noch nicht. Der in Pflanzen gespeicherte Kohlenstoff wird entweder abgeerntet, oder tote Pflanzenreste werden in die Böden eingearbeitet und von Bodenlebewesen zu Humus umgebaut. Das ist für die Landwirtschaft sehr wichtig, aber wie kann das CO2 aus der Atmosphäre reduzieren? – HIER noch eine Erklärung, was „Inkohlung“ bedeutet. HIER ein wissenschaftlicher Beitrag zum Stichwort „Nährstoffretention“, HIER eine andere Erklärung. „Wasser- und Stoffretentionsfähigkeit“ meint die Fähigkeit von Böden jeglicher Art, Wasser und Stoffe zurückhalten, also speichern zu können. Sonst werden Nährstoffe leicht ausgewaschen und geraten so in Gewässer. Weil intensiv bewirtschaftete und stark gedüngte Böden das oft nicht mehr können, gibt es diverse Maßnahmen, siehe zum Beispiel Gründüngung. Dazu gehört auch das Thema Renaturierung.

letzte Ergänzungen dieses Artikels: 30. Oktober 2016, nötige Änderungen wegen eingeschränkter Podcast-Funktion im neuesten Internet Explorer: Juni 2018.


von: Sylvia Schmidt veröffentlicht am 2. Oktober 2016
Themen - Kategorien: D. O. - Sendungen, Podcasts, Energie, Gesellschaft, Gesundheit, Landwirtschaft, Ernährung, Notrufe, Kriege, Krisen, Politik - Deutschland, Politik - International, Umweltschutz, Verbraucher - Info
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